Material sitzt! - Metrik

Zeitgemäße Interpretation eines Freischwingers

Metrik von Wilkhahn

Wie eine Skulptur steht der neue Freischwinger von Wilkhahn da. Kanten und Flächen verbinden sich scheinbar nahtlos und bilden den markanten Stuhl. Stahlrohrgestell und Sitzelemente fügen sich mit den farblich abgestimmten Polstern zu einem einheitlichen Gesamteindruck, wie aus einem Guss.

Ermöglicht wird das Design durch eine neuartige Materialkombination. Sie bringt Freiheit in die Gestaltung und damit eine Neuinterpretation des Freischwingers aus Kunststoff hervor. Durch seine zurückgenommene Gestaltung passt sich Metrik in verschiedene Raumkonzepte ein und harmoniert mit weiteren Tischen und Bürostühlen des Herstellers.

Was war zuerst da: Der Wunsch einen neuartigen Freischwinger zu gestalten oder das Material, welches diesen erst ermöglicht?

Es ging primär um die gestalterische Idee: Wir wollten eine monolithische und skulpturale Form entwickeln, die wie aus einem Stück gemacht erscheint. Hintergrund ist unser vor einigen Jahren entwickeltes, integratives Gestaltungskonzept: Hier sind Einzelteile formal durch Übergänge verbunden und werden miteinander verschmolzen. Die Einzelkomponenten rücken enger aneinander und müssen umso durchdachter im Hinblick auf ihre Proportionen gestaltet sein. Darüber hinaus ging es darum, die Anzahl der notwendigen Bauteile auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Alle wesentlichen Funktionen sind in lediglich drei Bauteilen integriert. Das wirkt sich positiv auf die Wirtschaftlichkeit des Produktes aus.

Welches Material genau wurde für das Sitzmöbel verwendet?

PA6GF20 - Polyamid mit 20% Glasfaser


Was macht diesen Kunststoff so neuartig?

In der Vergangenheit waren Kunststoffe mit hohem Glasanteil sehr unansehnlich, weil der Glasanteil die Oberfläche partiell vergraut hat. Das ist bei diesem Werkstoff nicht mehr der Fall und auch die haptische Qualität der Oberflächen ist sehr angenehm. Hinzu kommt, dass er sich sehr gut für die Verarbeitung modernster Spritzgussverfahren eignet.

Welches Verfahren wurde für die Produktion angewendet?

Es handelt sich um ein sehr ausgeklügeltes Spritzgussverfahren, das es ermöglicht beispielsweise extreme Wanddickenversprünge zu realisieren. Dies ist bei dem Übergang von der Armlehne zur Rückenschale der Fall. Dort wären normalerweise starke Einfallstellen des Materials zu erwarten. Durch ein GID (Gasinnendruckverfahren) Verfahren werden derartige Einfallstellen vermieden. So kann der komplex gestaltete Sitzkörper mit seinen wechselnden Materialstärken und den unterschiedlichen Innen- und Außengeometrien inklusive der Armlehnen aus einem Stück gespritzt werden.

Warum wurde dieses Material für das Produkt gewählt?

Das Material verfügt über eine exzellente optische und haptische Qualität und die notwendige Festigkeit, um die statischen Anforderungen zu realisieren. Wichtig war uns auch die Möglichkeit, dieses Material mit hoher Wiederholgenauigkeit in sechs unterschiedlichen Farben zu realisieren, mit einer Oberfläche und Farbigkeit, die exakt der Strukturbeschichtung des Stahlrohrgestells entsprechen.




Worin liegt die Besonderheit bzw. die Qualität des Materials?

Gute statische Eigenschaften. Gute und zeitstabile optische und haptische Qualität. Gutes Preis- und Leistungsverhältnis. Gute Verarbeitungsmöglichkeiten, die auch eine hervorragende Passgenauigkeit der Teile erwarten lassen. Und: Durch einen variablen Glasanteil lassen sich die statischen Eigenschaften innerhalb des Sitzkörpers anpassen.

Was war der die Herausforderung bei dem Sitzmöbel in Bezug auf die Materialität?

Wir entwickeln immer im Grenzbereich des Möglichen und versuchen die Grenzen zu verschieben. Hier erfordert das freie Auskragen in der Verbindung von Sitzkörper und Stahlrohrgestell durch die enormen Hebelkräfte extrem gute statische Eigenschaften des Materials. Umgekehrt brauchen wir auch die Elastizität des Materials, um den Komfort des Produktes zu verbessern. So fühlt sich eine elastische Sitzschale immer deutlich komfortabler an, als eine starre Schale. Sie ermöglicht auch eine Bewegung beim Sitzen, die sich ebenfalls sehr positiv auf das Wohlbefinden des Nutzers auswirkt. Die Ästhetik des Produktes gibt bei Wilkhahn immer ein visuelles Versprechen – dieses Versprechen muss beim Besitzen eingelöst werden.

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Produkt:


Name: Metrik

Designer: WhiteID

Entstehungsjahr: 2016

Anwendungsbereich: Besprechung, Warten, Schulung, Seminar

Link zum Möbel: » Metrik

» Produktvideo

» Making of Video

Die Fragen wurden beantwortet von:

Michael Englisch, Leiter Design + Entwicklung

Wie kaum ein anderer Möbelhersteller steht Wilkhahn für Design made in Germany. Die vielfach ausgezeichneten Free-to-move-Bürostühle halten den Rücken fit und beflügeln den Geist, während die mobilen und flexiblen Tische Teamgeist und Innovationskraft stärken. Für den unternehmerischen Mut und die visionäre Kraft in Sachen Umweltschutz wurde das inhabergeführte Familienunternehmen unter anderem mit dem Deutschen Umweltpreis ausgezeichnet. Maßgebliche Innovationen, exzellente Gestaltung und langlebige Qualität stehen für ein attraktives, zukunftsorientiertes Unternehmensmodell, das mit 500 MitarbeiterInnen, Repräsentanzen auf allen Kontinenten, internationalen Lizenz- und Handelspartnern und 70 % Exportanteil weltweit immer mehr Freunde findet.

WilkhahnWilkening+Hahne GmbH+Co.KG

Fritz-Hahne-Straße 8
31848 Bad Münder
Deutschland


Bilder © Wilkhahn

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