Materialpreis 2021

Rückblick Materialpreis 2021

> 168 eingereichte Projekte
> 13 verschiedenen Nationen
> 19 Preistragende
> 4 fördernde Unternehmen: GIRA, KSV Natursteinwelt, Object Carpet, Pfleiderer Deutschland
> 8 Jurorinnen und Juroren: Katharina Benjamin (Kontextur / TU Dresden), Pia Döll (BDIA Bund Deutscher Innenarchitekten e.V.), Gunter Fleitz (Ippolito Fleitz Group), Prof. Dr. Harald Garrecht (Institut für Werkstoffe im Bauwesen, Universität Stuttgart), Dr. Michael Grund (Merck Gruppe), Michaela Wolf (Bergmeisterwolf), Hannes Bäuerle (raumprobe), Joachim Stumpp (raumprobe)

Gewinner des Materialpreis 2021

Der beste Materialeinsatz gewinnt

Auch und gerade in diesem speziellen Jahr freuen wir uns über 168 Einreichungen aus 13 Ländern zum Materialpreis 2021. Vor allem die Qualität und die Vielfalt der Projekte weiß zu überzeugen: Von der Aussichtsplattform bis zur Praxis für Zahnmedizin; von der Baugemeinschaft bis zur Yoga-Retreat-Location; ein Supermarkt-Pilotkonzept in modularer Holzbauweise; materialfrohe Drag-Queen-Porträts als Wandinstallationen im Brüsseler Le Grand Café; eine Kegelbahn aus Holzrahmenkonstruktion im ländlichen Sachsen; ein Eisenbahnmuseum als skulpturaler Ziegelbau; natürlicher Materialeinsatz in einer Klinik und Jugendpsychiatrie; eine funktionale Flugplatz-Lagerhalle mit historischer Farbsymbolik; eine Vorarlberger Leuchtenmanufaktur aus gestampfter Erde und Lehm aus der eigenen Baugrube; ein senegalesisches Kinderkrankenhaus, dessen zentraler Korridor sich durch lokal hergestellte Zement-Lochsteine jeden Morgen in eine Diskokugel verwandelt. Und das waren erst 11 der 168... 

2013 als Auszeichnung für besondere Materialien begonnen, wird der Materialpreis seit 2015 im jährlichen Wechsel für Materialien und für Architektur ausgeschrieben. Diese unterschiedliche Ausrichtung – und die dadurch gezielte Vernetzung von Kompetenz und Kreativität – verstärkt die Verflechtung und das gegenseitige Wertschätzen. Finanziert wird der Materialpreis im Jahr der Anwendung durch fördernde Unternehmen, die mit ihrem Engagement besondere Materialität in der Architektur unterstützen. Weil diese Unternehmen nicht nur dadurch, sondern auch durch ihre Produkte eine eigene Materialkompetenz beweisen, sowie als Dankeschön für die Zusammenarbeit, haben in diesem Jahr auch die vier fördernden Unternehmen die Möglichkeit jeweils ein Projekt mit einem Sonderpreis auszuzeichnen. Somit gibt es 2021 drei Gremien, die Auszeichnung vergeben: Allen voran natürlich die Fachjury, die zwölf Auszeichnungen in drei Kategorien vergeben hat, dann die fördernden Unternehmen, die vier Projekte ausgewählt haben, sowie das Publikum, das aus allen Einreichungen über ein Online-Voting für drei weitere Projekte abgestimmt hat.

Digitale Preisverleihung

Es war als feierliche Veranstaltung auf der Architect@work in Stuttgart geplant, musst dann aber leider kurzfristig wegen den Fallzahlen abgesagt werden. Die kurz darauf folgende digitale Preisverleihung hatte dann aber den Vorteil, dass alle Gewinner mit einem persönlichen Beitrag dabei waren und die vorab erhaltenen Pokale über ganz Europa verteilt gefeiert wurden.

Auszeichnung Anwendung

Haus Marteau von Peter Haimerl . Architektur

Es ist die Weiterentwicklung seines Gestaltungselements, für das Peter Haimerl bereits mit dem Konzerthaus Blaibach ausgezeichnet worden ist. Aber trotz gleicher Vorgaben, eine so eigenständige, so starke kontextuelle Lösung für einen so kleinen Konzertsaal entstehen zu lassen, ist beeindruckend. Haus Marteau schafft Identität und eine hohe Erinnerungsfähigkeit. Der experimentelle Materialeinsatz, mit schallhartem Stein die Raumakustik zu modellieren und der Umgang mit Proportion und Raum als skulpturale Einheit ist wirklich sehr erfrischend. 

Bild © Edward Beierle

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Auszeichnung Anwendung

Tambacounda Hospital von Manuel Herz Architekten

Mit dem Krankenhausprojekt zeigen Manuel Herz Architekten Prozesse auf, die weit über die Architektur hinausgehen und für diese Disziplin von grundlegender Bedeutung sind. Das Gebäude ist mehr als ein Krankenhaus. Es ist ein interdisziplinäres Symbol des Bauens, das nicht nur zur Stadtentwicklung Tambacoundas beiträgt, sondern auch zu dessen Gesellschaftsentwicklung. Und das auf Basis eines Elementes – einem Zement-Lochstein –, der mit der handwerklichen Kompetenz der Bevölkerung, den regionalen Werkstoffen der Umgebung und in Unterstützung der lokalen Wirtschaft soziale Räume schafft und auf die klimatischen Bedingungen vor Ort geschickt eingeht. 

Bild © Iwan Baan 

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Auszeichnung Anwendung

Urbach Tower ICD / ITKE von Universität Stuttgart

Dieses pure und materialerhaltende Experiment von ICD / ITKE – Universität Stuttgart ist vor allem zukunftsorientiert. Aber es ist im wahrsten Sinne des Wortes auch spannend, denn es reizt die Materialspannung von Holz bis auf das äußerste aus. Ganz selbstverständlich präsentiert sich das Landmark als Grenzerfahrung aus digitaler Fertigung und natürlichen Materialeigenschaften in der Landschaft – und nimmt sich trotzdem zurück: Aber wie kann es sein, dass das aus Holz ist? 

Bild © ICD / ITKE – University of Stuttgart 

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Anerkennung Anwendung

Open Mind Places Sauerland von Christoph Hesse Architekten

Wo beginnt Architektur? Die drei Einreichungen der Open Mind Places sind Teil eines Skulpturen-Rundweges, die die Grenzen zwischen so vielen Agierenden und Disziplinen verschwinden lassen und im gleichen Atemzug zu Interaktion und Identifikation führen. Gestaltung muss verschwimmen. Hier ist das Material die Verbindung von Architektur, Design, Handwerk und Anwendung. Die Bevölkerung in dieser Art und Weise in den Diskurs mit der Architektur zu nehmen ist Christoph Hesse Architekten und allen Agierenden mehr als beispielhaft gelungen. 

Bild © Christoph Hesse Architekten

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Auszeichnung Material

ciAsa Aqua Bad Cortina von pedevilla architekten

Der Dialog von Natur(-gewalten) und Menschenhand zeigt sich in dieser Auszeichnung in bemerkenswerter Deutlichkeit – konzeptionell und gestalterisch. Prozesse der Nachhaltigkeit, Ortsbezogenheit und Regionalität, handwerkliche Tradition und die daraus resultierende Materialkompetenz. So viele Aspekte greifen ineinander und manifestieren beispielhafte Baukunst. Pedevilla Architekten erzählen eine fantastische Geschichte von der Baustelle, die zu den Materialien kam, nicht umgekehrt.

Bild © Gustav Willeit

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Auszeichnung Material

Neubau Büro- und Verwaltungsgebäude für die Ziegler Group von Brueckner & Brueckner Architekten GmbH

Vom Wald ins Haus wurde hier ein spannendes Konzept konsequent und spielerisch in die Realität umgesetzt. In genialer Perfektion haben Brueckner & Brueckner Architekten für ein holzverarbeitendes Unternehmen einen repräsentativen Ort im Wald geschaffen, der authentischer nicht sein kann. Die Holzanwendung zieht sich in immer detaillierterer Verarbeitung vom Rohstoff zur Anwendung so konsequent durch das ganze Haus, dass man es vor lauter Bäumen fast nicht mehr sieht. 

Bild © mju-fotografie, Marie Luisa Jünger

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Auszeichnung Material

Ofenturm Ziegelei-Museum Cham von Boltshauser Architekten AG

Die von Boltshauser Architekten zusammen mit Studierenden der ETH Zürich und TU München entwickelten Innovationen tragen zur Weiterentwicklung des traditionellen Lehmbaus bei, von dem sich die Industrieländer weg entwickelt haben. Vor allem aber führen sie zu einem neun Meter hohen Ausrufezeichen mit klarer, rhythmischer Formensprache in vorfabrizierter Modulbauweise, das den nachhaltigen Wandel im Bauwesen einfordert. Es richtet seine Aufmerksamkeit auf den praktisch weltweit verfügbaren Baustoff. Das Projekt ist kein finaler Endpunkt, es ist ein Wegstein des Materials in die Zukunft. 

Bild © Kuster Frey 

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Anerkennung Material

livMatS Pavillon, Botanischer Garten Freiburg ITECH von Universität Stuttgart

Vom Carbon zum Flachs, der livMatS Pavillon steht in einer große Tradition der Pavillons der Universität Stuttgart. Als konsequente Weiterentwicklung der robotischen Fertigung wurden am Exzellenzcluster IntCDC nachhaltige Faserverbundwerkstoffe mit materialeffizienten Leichtbaukonstruktionen zu einer ausdrucksstarken, inspirierenden Architekturskulptur kumuliert, die daher tatsächlich ein wichtiger Meilenstein in Richtung Nachhaltigkeit in der Architektur darstellt. Eine exzellenter Entwurf!

Bild © Rob Faulkner

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Auszeichnung Materialeinsatz

Denkwerkstätte von GEORG BECHTER ARCHITEKTUR + DESIGN

„Der Materialeinsatz zeigt, wie einfach Bauen eigentlich sein kann.“ Es ist ein mutiges Selbstexperiment und es ist ein Paradebeispiel für nachhaltiges Bauen, in dessen Zentrum der Schreiner, Architekt und Designer Georg Bechter steht: ein Tausendsassa! Die vorgefundene Struktur, die er mit größter Sorgfalt zu seinem Firmensitz weiterentwickelt, ist der alte Stall seines Vaters. Die Materialien, die er dafür verwendet, kommen aus dem Wald der Umgebung, dem eigenen Stall und der Baugrube auf dem Hof. Lokal, bescheiden und imperfekt ist die Denkwerkstätte ein perfekter Schritt ins Rampenlicht.

Bild © Georg Bechter 

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Auszeichnung Materialeinsatz

Generalsanierung Gymnasium Neustadt an der Waldnaab von Brueckner & Brueckner Architekten GmbH

Mit der Verzahnung von bestehender Sichtbetonfassade und neuer Aluminium-Fassade ist Brueckner & Brueckner Architekten ein gekonnter und raffinierter Umgang mit der Beton-brut-Architektur gelungen, der den Bestand nicht nur erhält, sondern zu einer ressourcenschonenden Transformation verhilft. Die Interaktion mit dem Wald und eine Detailverliebtheit par excellence im Inneren machen das Gebäude zu einem Lernhaus der Zukunft mit hohem Identifikationsfaktor.

Bild © mju-fotografie, Marie Luisa Jünger

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Auszeichnung Materialeinsatz

Studio Cascina Garbald von Ruinelli Associati Architetti

Außen sanft und innen radikal. So behutsam der Umgang von Ruinelli Associati Architetti mit Ort und Material ist, so radikal ist ihre Ausführung. Und dennoch – der reduzierte Materialeinsatz ist schlicht, die Einfügung in die Umgebung spektakulär. In jedem Detail ist die Sorgfalt der Ausführung, die Kompetenz des lokalen Handwerks und die Intention des bewussten Alterns erkennbar. So kühl die Materialien dabei wirken, ihre Offenheit und Echtheit führen zu einer Tiefe und zu einem besonderen Wohlfühlcharakter.

Bild © Marcello Mariana 

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Anerkennung Materialeinsatz

Gian Paolo e Marco von  Technobeton

Mit skulpturaler Objekthaftigkeit und dem Dialog der Materialien ist Technobeton ein starkes Zusammenspiel von Farbe und Material gelungen, das außergewöhnlich und in ihrem allerbesten Sinne heftig ist. Die räumliche Auflösung durch die mehrfache Vierspiegelung und im Zusammenspiel mit der nächtlichen Reflexion der Glasfassade unterstützen die beiden Protagonisten aus Marmor in ihrem räumliche Ausdruck. Diese Wirkung, die sich durch gute Details verdichtet, zieht sich konsequenterweise durch – und hört auch in den Toiletten nicht auf.

Bild © Joris Haas

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Auszeichnung Publikums-Voting

BioMat Pavillon 2021 LightPRO Shell BioMat von Universität Stuttgart

Bild © Masih Imani

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Auszeichnung Publikums-Voting

Hollerhof von eap ARCHITEKTEN.STADTPLANER

Bild © Florian Schreiber Fotografie

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Auszeichnung Publikums-Voting

Bildungslandschaft Altstadt Nord - BAN von gernot schulz : architektur GmbH

Bild © Stefan Schilling Fotografie

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Auszeichnung Gira

Decantei - Das Wirtshaus von pedevilla architekten

Den Gira Sonderpreis erhält in diesem Jahr das „Decantei – Das Wirtshaus“ von pedevilla architekten. Das Wirtshaus in der Brixner Altstadt überzeugt nicht nur durch einen angemessenen Umgang mit der historischen Bausubstanz sondern auch durch eine sich zurücknehmende und zeitlose Architektursprache. Sorgfältig kuratierte Materialien integrieren das Wirtshaus wie ein fehlendes Puzzlestück in das geschichtsträchtige Domviertiel. Die hervorragende handwerkliche Qualität macht (gute) Architektur erlebbar und trifft den Nerv der Zeit. Gira gratuliert pedevilla Architekten!

Bild © Gustav Willeit

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Auszeichnung KSV Natursteinwelt

Erweiterung Eisbärhaus Neubau Bauteil C von BANKWITZ beraten planen bauen

Mit der Erweiterung des Eisbärhauses wurden auf bemerkenswerte Weise die wichtigen Themen der heutigen Zeit vereint und perfekt umgesetzt. Angefangen beim „Wohn- und Geschäftshaus“ als Passivhaus, über das Energiekonzept bis zur Auswahl der eingesetzten Baustoffe und der innovativen Montage. Wenn eines Tages an Rückbau oder Sanierung gedacht werden muss, kann hier die regionale Kreislaufwirtschaft par excellence umgesetzt werden. Nicht zuletzt zählt für uns als KSV Natursteinwelt immer das Motto „Global denken, lokal handeln“. Hier stehen immer die lokalen Interessen unseres globalen Partnernetzwerkes im Fokus. Auch deshalb zeichnen wir dieses für uns zukunftsweisende lokale Projekt aus.

Bild © BANKWITZ GmbH 

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Auszeichnung Object Carpet

h&z Unternehmensberatung von Landau + Kindelbacher Architekten - Innenarchitekten

Mit der Planung und Realisierung des Bürokonzeptes für die h&z Unternehmensberatung hat das Architekturbüro Landauer Kindelbacher die aus unserer Sicht zentralen Aspekte für zukunftsweisendes, aber vor allem auch gesundes und nachhaltiges Arbeiten umgesetzt: New work at its best! Farbe und Material sind dabei die elementaren Stilmittel für stimmungsvolle Räume. So entstanden in diesem Projekt eindrucksvolle OpenSpace Bereiche, Konferenzflächen und Aufenthaltsbereiche, die durch ihre architektonische Innenraumgestaltung bzw. Farbkombinatorik eine ganz eigene Anmutung schaffen, die zum Regenerieren, Kommunizieren anregen oder die Konzentration oder Kreativität fördern. Es wurde ein Wohlfühl-Ort geschaffen, der durch seine Gestaltung der Büroarbeit neue Dimensionen eröffnet. 

Bild © Werner Huthmacher – Photography

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Auszeichnung Pfleiderer Deutschland

Urban Spaces Office & Meeting von Studio Komo

Eine tolle Umsetzung, bei der Studio Komo auf beindruckende Weise gezeigt hat, wie man den Bedürfnissen der modernen Arbeitswelt nach Kommunikation, Kreativität, Projektarbeit aber auch Rückzugsbereichen für konzentriertes Arbeiten Rechnung tragen kann. Die Räume und Flächen sind sehr ästhetisch umgesetzt und laden förmlich dazu ein, an jedem Arbeitstag in toller Atmosphäre Bestleistung zu bringen!

Bild © Philip Kottlorz

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Alle Einreichungen zum Materialpreis 2021 finden Sie...
hier!

Der Materialpreis 2021 und alle ausgezeichneten Projekte sind im Materialreport 2022 publiziert. 

Alle Infos zu unserem Fachmagazin mit dem diesjährigen Fokus auf Kreislaufwirtschaft finden Sie »hier.

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