materialPREIS 2019 – der beste Materialeinsatz gewinnt

Gewinner des Materialpreis 2019

Der beste Materialeinsatz gewinnt

178 Einreichungen, zwölf Auszeichnungen, drei Anerkennungen und ein Sonderpreis! Der materialPREIS 2019 ist entschieden und reiht sich als siebte Auslobung des Materialwettbewerbs von raumprobe in die Geschichte ein! Es ist fast schon zur Tradition geworden, dass die Preisverleihung am heißesten Tag des Jahres stattfindet. So wurden in feierlichem Rahmen des gekühlten Hospitalhof Stuttgart und heiß-heiterer Atmosphäre die diesjährigen Preisträger gekürt.

Die Fachjury hatte die herausfordernde Aufgabe aus 178 Einreichungen aus 13 Ländern die Projekte mit dem aufsehenerregenden Materialeinsatz von gleichermaßen hoher ästhetischer und architektonischer Qualität auszuzeichnen. Die enorme Bandbreite bemerkenswerter Projekte reichte von der Autowaschanlage bis zum Ausstellungs-Shuttle, vom studentischen Schafstall bis zur barocken Synagoge, vom Testturm für Aufzüge mit der höchsten Besucherplattform Deutschlands bis hin zum Tiny House Projekt der FH Campus Wien.

Die Preisträger mit Kommentaren der Jury

Zwölf Auszeichnungen, drei Anerkennungen und ein Sonderpreis

So überraschend einig sich Dr. Stefan Albrecht (Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP), Martin Jacobs (Kinzo Architekten), Axel Nething (Nething Generalplaner GmbH), Dr. Arch. Armin Pedevilla (Pedevilla Architekten), Verena Potthoff (Hochschule Pforzheim) und Rainer Roth (Rainer Roth Architekt) waren, die Favoriten zu benennen, so komplex waren die finalen Entscheidungen in den jeweiligen Kategorien. Als Auslober des materialPREIS 2019 war auch die Geschäftsleitung von raumprobe – Hannes Bäuerle und Joachim Stumpp – mit ihrem Materialwissen Teil der Fachjury.

1. Auszeichnung Anwendung

Die interaktive Installation Chromatic, die während der Milan Design Week 2019 ihre Besucher beeindruckte, besticht durch ihre eindrucksvolle Inszenierung. Im Mittelpunkt stehen die Schalterwelten der Klassiker LS 1912 und LS 990, die in verchromter Ausführung als „Chromgeister den Raum erobern“ und die Intention des Auftritts auf den Punkt bringen: Chrom ist wieder da und aktueller denn je. Licht, Klang und Bewegung sorgen für einen diskussionsreichen Raum. Selten hat eine Marken-Inszenierung mehr überzeugt.

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2. Auszeichnung Anwendung

Es ist ein Abfallprodukt aus der Flaschenkorkproduktion, das diesem ikonischen Viergiebelhaus zu seiner impulsgebenden Vorreiterrolle verhilft. Die Fassadenplatten aus Korkgranulat verleihen dem Monolith nicht nur eine höchst ästhetische Atmosphäre, sondern auszeichnungswürdige Attribute im Sinne der Nachhaltigkeit: Sichtoberfläche, Wärmedämmung. Witterungs- & Schimmelresistenz. 100 % Natur.

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3. Auszeichnung Anwendung

Das markante Eckgebäude in der Frankfurter Altstadt wirkt traditionell und experimentell zugleich, spielt es doch geschickt mit Verweisen auf die Vergangenheit ohne diese zu imitieren. Die Interpretation des Kontextes mit tradiertem Material und zeitgemäßer Formensprache ist einzigartig. Der Umgang mit dem polygonal gefalteten Schieferkleid in Altdeutscher Deckung ist abgefahren handwerklich.

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1. Auszeichnung Material

Dass der Fußgängersteg als Verbindung zweier Betriebsareale des Unternehmens für Werkzeugmaschinen und Lasertechnik technologischen Bezug zu Auftraggeber und Standort nimmt und auf deren Lasermaschinen geschnitten wird, ist konzeptionell sehr stark, jedoch wenig überraschend. Und dennoch ist ein höchst spektakuläres, komplexes Brückenbauwerk, ja eine innovative Skulptur entstanden, die mit ästhetischen und konstruktiven Detaillösungen überzeugt. Ein wichtiges Projekt.

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2. Auszeichnung Material

Die mehrschichtige Fassade aus bedruckten Gussglaskacheln und gefalteten Edelstahlreflektoren lässt mit ihrer diffusen Lichtreflexion erahnen, dass dieser fantastische Bau der Zukunft gewidmet ist. Die architektonische Ausführung trägt seiner inhaltlichen Konzeption mit innovativen Technologien und nachhaltiger Bauweise Rechnung. Die zukunftsfähige Architektur wird die Besucher in ihren Bann ziehen.

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3. Auszeichnung Material

Dieser Klinkerbau mit seinem lebendigen Ziegelmauerwerk wirkt in seiner hellen Ausführung fast schon exotisch und fügt sich dennoch – mit seiner gewählten Materialität den historischen Standort konnotierend – behutsam in das ihn umgebende städtebauliche Ensemble ein. So stolz sich die Fassade mit ihren markanten Fensterlaibungen präsentiert, die monochrome Materialauswahl der Innenarchitektur stellt sich ihr selbstbewusst entgegen und überzeugt gleichermaßen.

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1. Auszeichnung Materialeinsatz

Dieser Solitär schafft mit seiner zeitgenössischen Interpretation barocker Kirchenkunst den schmalen Grat zwischen traditioneller Religiosität und moderner Architektur und verhilft seinem Standort zu einem Juwel architektonischer Baukunst. Dazu tragen vor allem die dreidimensional geformten Keramikfliesen bei, deren Relief sich aus der Kubatur des Kirchenraumes ableiten. Sie ergänzen sich nicht nur zu einer ausdrucksstarken Fassade aus Material und Licht, sie unterstreichen den Anspruch als holistisches Gesamtkunstwerk wahrgenommen zu werden.

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2. Auszeichnung Materialeinsatz

Aus der Struktur eines unbeheizten Wirtschaftsgebäudes eine moderne, großzügige Bibliothek zu generieren, gebührt großen Respekt. Diese Transformation ist eindrucksvoll und gelingt mit wenigen architektonischen Mitteln und bewusstem Materialeinsatz: Stark sind die gedrehten Holzlamellen der Fassade, Elemente moderner Formensprache, die das Gebäude im Hier und Jetzt verorten, dabei den ursprünglichen Charakter deutlich hervorheben. Aus neu mach alt.

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3. Auszeichnung Materialeinsatz

Atmosphäre und Interaktion stehen im Vordergrund dieser Installation – und beides ist mit wenigen Mitteln umso mehr gelungen. Dass Wind und Sonne durch ihren Materialeinsatz die Glasfasergewebe inszenieren, erweckt die Sehnsucht der Juroren, diese Installation zu erleben. Die weichen Moiré-Effekte, die durch die Windbewegungen entstehen, kontrastieren mit den leuchtenden, geschichteten Farbfeldern und lösen die Grenzen zwischen realer und digitaler Welt auf. Die Kraft der Kunst...

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Sonderpreis Studie & Vision

Als One-Man-Show entstanden, ist dieser Schafstall gleich in mehrfacher Hinsicht auszeichnungswürdig. Von der Initiative bis zur Ausführung ist dieser Solitär in kompletter Eigenleistung realisiert worden und greift dabei Aspekte zeitgemäßer Bauprojekte auf, die beispielhaft sind: sozial, regional und materialgerecht – in architektonischer Ausführung und schützender Oberflächenbehandlung. Alexander Thumann hat alles richtig gemacht und ist auf einem guten Weg. Wir wünschen alles Gute dabei.

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Anerkennung Studie & Vision

Beeindruckend ist die duale Konzeption dieses Forschungspavillons. Konstruktiv und materialtechnisch ist ein Pavillon entstanden, der ganz selbstverständlich an die große Tradition des Leichtbaus in Stuttgart anknüpft. Dass dabei ein Sandwichmaterial aus nachwachsenden Lignocellulosefasern zum Einsatz kommt, das auf mehrjähriger Forschung auf dem Gebiet der Anwendung biobasierter Materialien und verschiedenen Konzepten für eine zukunftsorientierte und nachhaltige Architektur basiert, ist umso bemerkenswerter.

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Anerkennung Studie & Vision

Dieser experimentelle Raum, dem eine 10 jährige Auseinandersetzung mit granularen Systemen zugrunde liegt, überrascht. Er überrascht mit einer äußerst starken Atmosphäre, die sich weitaus weniger durch sein gewähltes Material entwickelt, sondern durch deren einzigartige Eigenschaften generiert wird. Sie resultieren in einer konzeptionellen, materialgerechten Ästhetik, die das enorme Potential künstlicher, granularer Materialien in der Architektur auf bemerkenswerte Weise transportieren.

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Anerkennung Studie & Vision

Die Huldigung, die die internationale Kooperation mit ihrem Pavillon an Félix Candela ausspricht, greift die Jury auf und gibt sie an die Autoren von KnitCandela zurück. Die raumgreifende Skulptur schöpft in bemerkenswerter Manier die Kompetenz textiler Materialien aus. Mit ihr gelingt neben der offensichtlichen Oberflächengestaltung nicht nur die effiziente Herstellung ausdrucksstarker Freiformbetonflächen ohne komplexe Schalung, sondern auch die Implementierung zusätzlicher, das Verfahren unterstützende Elemente. Brillant.

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Impressionen der Preisverleihung

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