Glas

Glas Wissen

Glas ist ein transparenter und transluzenter Baustoff, der im allgemeinen eine hohe Zerbrechlichkeit aufweist und im Alltag viele Anwendungsmögllichkeiten findet.

Definition

Glas ist ein amorpher Werkstoff, der bei schneller Abkühlung von anorganischer Schmelze entsteht. Durch die fehlende Kristallstruktur hat Glas keinen genauen Schmelzpunkt. Wird Glas durch steigende Temperatur beeinflusst, so wird es erst weich und fängt dann langsam an in den flüssigen Zustand über zu gehen. Deshalb ist Glas bei höheren Temperaturen leicht zu verformen. Glas weist eine hohe Temperaturwechselbeständigkeit auf, ist chemisch gut resistent und hat eine geringe elektrische Leitfähigkeit. Allerdings ist es auch sehr schlagempfindlich und spröde. Eine sehr wichtige Kenngröße ist der Wärmeverlustkoeffizient, welcher die Temperaturdifferenz eines Werkstoffes pro Stunde angibt. Glasscheiben mit einer Dicke von 4mm weisen einen Wärmeverlustkoeffizienten von 5,8 W/m²K auf.

Der Hauptbestandteil von Glas bildet Siliziumdioxid, wie z.B. Quarzsand oder Bergkristalle, der für die Härte des Glases verantwortlich ist. Auch andere Oxide wie beispielsweise Bor, Arsen und Phosphor haben die Fähigkeit Glas zu bilden.Zu den Oxiden werden Flussmittel beigemischt, welche den teilweise sehr hohen Schmelzpunkt herabsetzten sollen. Zu den Flussmitteln gehören Kaliumkarbonat und Natriumkarbonat. Die Rohstoffe werden zerkleinert und dann vermischt. Die Mischung wird dann anschließend miteinander verschmolzen. Ab einer Temperatur von 1500°C entsteht eine klare Flüssigkeit. Das Abkühlen der Flüssigkeit spielt bei der Glasherstellung eine entscheidende Rolle für die charakteristischen Kenngrößen. Eine falsche Abkühlung kann eine Kristallinbildung hervorrufen, welche eine Trübung verursacht.Spiegelflächen: Auf eine Glasoberfläche wird durch ein Spritzverfahren ein Spiegelbelag aufgebracht. Der Belag besteht aus einer Mischung aus Silbersalz, Formalin und Zucker. Das Silber geht eine Verbindung mit dem Glas ein und schlägt sich dort nieder. Zum Schutz des Spiegels vor mechanischen Schäden und Witterungseinflüssen werden anschließend ein Kupferbezug und eine Decklackbeschichtung auf den Spiegel aufgebracht.

Zu den Grundeigenschaften von Glas zählen :> spröde

> transparent> geruchlos und nimmt keine fremden Gerüche auf> chemisch stabil> geringe elektrische Leitfähigkeit> Erweichungstemperatur von 600°C> Dichte von 2,5 g/cm²> einfach mit Wasser zu reinigen

Bei Glas gibt es keine einheitliche Charakterisierung. Manche Glassorten werden nach ihrer chemischen Zusammensetzung, andere nach ihrem Herstellungsverfahren und wieder andere nach ihrer Anwendung benannt.

Die größte Bedeutung nehmen hier die drei Gruppen Kalknatronglas, Bleiglas und Borosilikatglas mit 95 % der gesamten Glasproduktion ein. Die restlichen 5% sind Glaswerkstoffe, hergestellt für besondere Anwendungen.

Hierzu gehören Flachgläser (Gebäude- und Flachgläser), Hohlgläser (Flaschen, Trinkgefäße), Glasrohre (Laborgeräte), Schaumgläser, Glaswolle, Glasfasern und Farbgläser.

Anwendung

Hierzu gehören Verpackungs- und Wirtschaftsgläser, Sicherheitsgläser, Schutz- und Isoliergläser, Baugläser, optische Gläser und Sondergläser.

Das Material Glas wurde eher durch Zufall in der frühen Antike bei der Herstellung von Töpferware entdeckt. Die ältesten Funde stammen aus dem 7. Jahrtausend vor Christus. Eine der ersten Verwendungen von Glas war die Herstellung von Gefäßen. Das Glas wurde in Form von Stäbchen im erweichten Zustand um einen Keramikkern gewickelt. Nach dem Aushärten des Glases wurde der Kern herausgekratzt. Zur Herstellung des Glases zerkleinerte man Quarzgestein und mischte diesem eine sodahaltige Pflanzenasche bei. Die Mischung wurde dann bei ca. 800°C geschmolzen. Nach dem Abkühlen folgte ein zweites Erhitzen bei höherer Temperatur. Daraus wurden dann etwa 10 cm hohe Barren mit einem Durchmesser von etwa 14 cm hergestellt. Man konnte das Glas auch durch beimischen von Metall-Oxiden färben. Zu Zeiten der Römer wurde das Glas aus Flusssand und Natron, aus Ägypten stammend, hergestellt. Dass Glas als Fensterglas verwendet wurde, kam erst mit der Gotik im 12. Jahrhundert auf. Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Glas stark an die Architektur gebunden. Erst in den letzten 40 Jahren wurde Glas als Hochleistungswerkstoff mit herausragenden Eigenschaften entdeckt. Der Einsatz von Glasfasern machte die Übertragung von digitalen Daten erst möglich. Der Begriff Glas wurde aus dem germanischen Wort „glasa“ abgeleitet welches ursprünglich für die Bezeichnung von Bernstein verwendet worden ist.

Sorten & Arten

Blähglas wird durch ein neues patentiertes Verfahren aus Recyclingglas hergestellt. Das Granulat aus Altglas wird in einen Blähofen geführt und auf 750-900°C erhitzt, gesintert und aufgeschäumt. Im Blähofen entsteht ein ökologisches Produkt aus rein mineralischem Rohstoff. Blähglas ist wärme- und kältedämmend, es brennt nicht, ist ungiftig und frei von Schadstoffen, extrem leicht und formstabil und hochbeständig gegenüber Säure und Lauge.

Wenn es vor einer Glasscheibe hell und hinter ihr dunkler ist, dann kommt es zu einer Spiegelung, die oftmals als sehr störend empfunden wird und den Ein- und Ausblick verschlechtert. Um diesen Effekt zu verhindern wird auf das Glas von beiden Seiten mit einer harten, witterungsbeständigen Beschichtung aus feinen Metalloxiden aufgebracht. Durch diese Beschichtung ist es möglich die Reflexion von 8% auf 1% zu reduzieren. Wichtig sind die entspiegelten Gläser vor allem für Panoramafenster, Flughafen-Kontrolltürme, verglaste Wachkabinen, Banken, Tankstellen, Schaukästen in Museen und Schaufenster.

Acrylglas wird aus Aceton, Blausäure, Schwefel und Alkohol hergestellt. Trotz des Bestandteils von Blausäure ist Acrylglas ungiftig. Eines der ersten Produkte aus Acrylglas waren die Deckel von Plattenspielern. Acrylglas hat einige Vorteile gegenüber normalem Gals. So ist es leichter zu verarbeiten, transmittiert Licht besser, hat mehr Möglichkeiten der Formgebung und eine 50% geringere Dichte. Allerdings ist es kratzempfindlicher als normales Glas.

Sicherheitsglas ist ein sehr stabiles und splitterfreies Glas. Man unterscheidet zwischen Einscheibensicherheitsglas, teilvorgespanntes Glas, Verbundsicherheitsglas, begehbares Glas, Panzerglas und Drahtglas.

Flachglas wird auf eine Temperatur von bis zu 700°C erhitzt und anschließend mit kalter Pressluft abgekühlt. Dieses Verfahren dient dem Härteprozess. Durch die unterschiedliche Abkühlung im Glas entsteht ein Spannungsgefälle. In einem Salzbad erfolgt der chemische Härteprozess, der einen Ionenaustausch bewirkt. In der dünnen Oberfläche entsteht eine starke Druckspannung. Wenn jetzt eine Überbeanspruchung im Glas entsteht wird die Verletzungsgefahr vermindert, indem das Glas in eine Vielzahl kleiner Krümel zerspringt.

Dieses Glas wird durch eine langsame Abkühlung im thermischen Herstellungsprozess produziert. Das Glas hat im Vergleich zum Einscheibensicherheitsglas eine eher geringe Vorspannung. Wenn das Glas überbelastet wird dann bricht es in langen Rissen, die von einer zur anderen Kante verlaufen.

Dieses Glas besteht aus mindestens zwei Glasscheiben, welche mit einer hochelastischen Kunststofffolie aus Polyvinylbutyral mit Hilfe von Hitze und Druck verbunden werden. Das Ergebnis ist ein Glas mit hoher Temperaturwechselbeständigkeit, das schlag- und biegebruchsicher ist. Bei Überbeanspruchung bricht das Glas, aber die Splitter werden von der Folie festgehalten.

Panzerglas wird für den Objekt- und Personenschutz eingesetzt. Wenn es ein Objekt zu schützen gilt, so muss das Glas eine Vielzahl unterschiedlicher Beanspruchungen standhalten. Soll eine Person geschützt werden, so ist es wichtig, dass das Glas nicht splittert und keine Objekte hindurch kommen.Das Panzerglas ist ca. 25 mm dick und hält starken Beanspruchungen stand. Die Angriffshemmung wird nach DIN 52290 eingeteilt:A > durchwurfshemmendB > durchbruchhemmendC > durchschußhemmendD > sprengwirkungshemmend

Um die Festigkeit von Gussdraht zu erhöhen wird gerne ein metallisches Netz verarbeitet. Die Verarbeitung von Drahteinlagen ist eine kostengünstige Alternative zu Verbundglas und vorgespanntem Glas. Das Drahtglas ist besonders feuerfest und splittert bei Überbeanspruchung nicht, da die einzelnen Stücke im Draht festgehalten werden.

Im Falle eines Brandes hat Glas die Eigenschaft sehr schnell zu springen. Es fallen großflächige Stücke heraus, die eine Ausbreitung des Feuers begünstigen. Zu einem Brandschutzglas gehören auch ein geeigneter Rahmen und geeignete Dichtungen und Befestigungsmaterial. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen einer G- und einer F- Verglasung. Die F- Verglasung ist ein zusätzliches Schutzschild gegen Hitzestrahlungen.

Bestehend aus einem Einscheibenglas kann dieses Brandschutzglas nicht vor Hitzestrahlung schützen. Die Widerstandsfähigkeit gegen das Feuer erlangt das Glas durch Drahteinlagen, spezielle Rahmen- und Glaskonstruktionen oder auch über chemische Zusätze.

Im Gegensatz zu der G- Verglasung besteht die F- Verglasung aus Mehrscheibenglas. Bei Hitzebeeinflussung verdampfen chemische Verbindungen, die sich zwischen den Glasscheiben befinden. Durch das Verdampfen beschlagen die Scheiben in den Scheibenzwischenräumen und verhindern über einen gewissen Zeitraum die Hitzestrahlung vom Brandherd.

Isolierglas besteht aus zwei oder drei parallel zueinander angeordneten Scheiben. Zwischen den Scheiben befindet sich Luft oder Gas mit schlechten wärmeleitenden Eigenschaften. Der Rahmen wird genau angepasst und die Scheiben werden an den Rändern mit einer Masse fixiert, welche die Bildung von Wasserdampf und das Beschlagen der Scheiben vermeiden soll. Die funktionellen Eigenschaften und die Farbe sind variabel. Sonnenschutzgläser können je nach Glas bis zu 82% der Sonnenenergie abhalten. Durch den Einsatz von Isoliergläsern kann man hohe Heiz- und Kühlkosten einsparen.Mittlerweile gibt es zu den herkömmlichen Isoliergläsern auch Varianten wie z.B. Wärmeschutz-, Schallschutz- Sonnenschutz- oder Sicherheits-Isoliergläser. Die Gläser unterscheiden sich in Ihrem technischen Aufbau hauptsächlich in der Beschichtung und den unterschiedlichen Gasfüllungen. Aber auch die Rahmenkonstruktion spielt eine entscheidende Rolle.

Als Gas im Glaszwischenraum wurde früher Krypton eingesetzt, allerdings hatte dieses Gas ein sehr hohes Treibhauspotential. Heute verwendet man überwiegend Argon, welches zunächst eine schlechtere Schalldämmung aufweist, die aber durch eine 6-fache Glasstärke ausgeglichen wird.

Das Sonnenschutzglas hat eine hohe Lichtdurchlässigkeit, bei geringer Gesamtenergiedurchlässigkeit. Dies kommt durch eine dünne Beschichtung auf Edelmetallbasis, die zwischen der Scheibe angebracht ist. Bei der Durchsicht von innen nach außen werden die Farben nicht wesentlich verändert.

Die Dreifach-Verglasung ist die heute gängige Erweiterung der Einfach- und Zweifach-Verglasung und bietet einen noch besseren Schallschutz, ist allerdings auch meist nur zu 70% lichtdurchlässig.

Glasbausteine ermöglichen ein helles Arbeitsklima im Rauminneren und wurden bereits in den 30er Jahren verarbeitet. Man unterscheidet hier zwischen Hohlglassteine und massiven Betongläsern.

Hohlglassteine werden aus zwei gepressten Hälften hergestellt und allseitig verschmolzen. Sie weisen eine hohe Lichtdurchlässigkeit auf und sind stark feuerhemmend. Durch die Hohlräume sind die Glassteine schalldämpfend und haben eine gute Wärmeisolierung. Ein weiterer Vorteil dieser Glassteine ist, dass sie einzeln austauschbar sind. Da bei starker Beanspruchung die Hohlglassteine brechen können, wird mit einer Dehnfuge gearbeitet.

Profilglas wird aus 6-7 mm dicken, 200-500mm breiten und bis zu 7m langen U-Profil-Gläsern hergestellt. Sie dienen als Einschub für Fassadenprofile.

Betonglas kann im Gegensatz zu Hohlglassteinen als Decken- und Wandelement statisch gelastet werden. Betonglas besteht vollständig aus Glas und wird in einem Pressverfahren hergestellt. Dieses Glas ist ca. 22-30 mm dick.

Durch die Fassadenplatten aus Glas ist es möglich, ein Haus von außen komplett zu verglasen. Zu unterscheiden gilt es zwischen der Kalt- und der Warmfassade.Die Kaltfassade besteht aus einer zweischaligen Außenwandkonstruktion und einem dazwischen liegenden Hohlraum. Die äußere Schale ist für den Schutz gegen Witterung und für die Optik zuständig, während die innere Schale die tragende Funktion übernimmt und für die thermische Isolierung zuständig ist. Damit die Feuchtigkeit direkt abtransportiert werden kann muss der Zwischenraum immer belüftet sein. Unter Umständen muss bei zweischeibigen Fassadenplatten große Wärmemengen abgeführt werden, welche durch die Strahlungsabsorption der Fassadenplatten entstehen, da der Randverbund bei hohen Temperaturen stark belastet wird.Die Warmfassade ist nicht hinterlüftet. Ein Fassadenelement besteht aus Fassadenplatten und einer dahinter liegenden Isolierung. Dieses Element ist sowohl für den Witterungsschutz zuständig, als auch für die thermische Isolierung und die architektonische Gestaltung. Allerdings übernimmt dieses Fassadenelement keine tragende Funktion.Für eine Nachbestellung der Fassadenplatten ist zu beachten, dass eine absolute Farbgleichheit nicht immer möglich ist. Normalerweise erhält man die Scheiben mit gesäumten Kanten oder die freistehenden Kanten sind zumindest feingeschliffen.

Glasfasern werden unter anderem zur Verstärkung von Kunststoffen oder mineralischen Werkstoffen genutzt. Die Fäden aus geschmolzenem Glas werden auch für die Licht- und Datenleitung eingesetzt. Es werden endlose lange Fäden durch Schleuderziehen aus der Schmelze gezogen. Danach werden die Fäden mit hoher Geschwindigkeit auf eine Trommel gewickelt. Die Glasfaserkabel aus Siliziumdioxid sind flexible Hohlleiter. Die Faser ist mit einem Glas, das eine niedrige Lichtbrechung besitzt, ummantelt. Durch Reflexion werden Lichtstrahlen an die Grenzschicht der beiden Gläser transportiert und um die Ecke geleitet. Glasfasern werden in den unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt. So helfen sie im Automobilbereich bei der Fehlersuche im Motor oder werden zur Ausleuchtung und Fotografie von inneren Organen in der Medizin eingesetzt. In Form von Vliesstoffen und Geweben wirken Glasfasern wärme- und schallisolierend.

Glaswolle besteht aus verfilzten Fasern und wirkt dämmend. Sie wird aus den normalen Glasrohstoffen oder aus Recyclingglas hergestellt. Nachdem der Rohstoff eingeschmolzen wurde, wird er mit hoher Geschwindigkeit über rotierende Walzen geführt, wobei sich die Rohstoffe verfasern. Glaswolle ist sehr gut schall- und wärmeisolierend und weist außerdem eine gute Haltbarkeit auf. Glaswolle kann bis zu 50 Jahren in Gebäudewänden bleiben und ist danach recyclebar. Normalerweise wird Glaswolle in Verbindung mit Gips und Mörtel verarbeitet.

Das unter dem Handelsnamen Foamglas bekannte Schaumglas wird gerne zur Dämmung von Kellerwänden, als Bodenplatten und als Grundlage für Flachdächer eingesetzt. Es besteht aus einer Mischung aus Sand, Kali- Feldspat, Kalziumkarbonat und Natriumkarbonat, die einen Schmelzprozess durchlaufen. Danach wir das Glas gemahlen und mit Kohlenstoff versetzt. In einem 1000°C heißen Ofen wird das Glas dann aufgeschäumt. Schaumglas weist eine hohe Druckfestigkeit auf und ist feuchtigkeits- und säurebeständig.

Be- & Verarbeitung

Zum Trennen von Glas benötigt man einen Glasschneider, da dessen Schneide härter ist als Glas. Als Schneide verwendet man einen eingelöteten Diamanten, Hartmetalle oder Stahl. Beim Schneidevorgang wird das Glas angeritzt und durch Druck von der Gegenscheide gebrochen. Um den Schneider nicht zu beschädigen darf nie zweimal an derselben Stelle geritzt werden. Wenn man mit dem ersten Schnitt nicht zufrieden ist, wird die Scheibe umgedreht und von der Gegenseite angeritzt. Die Trennbarkeit des Glases kann man durch eine Schneidflüssigkeit verbessern. Durch diese Flüssigkeit wird außerdem ein geringerer Schneidedruck benötigt.

Damit das Glas beim Schleifen nicht heiß wird, schleift man es nass. Zum Schleifen verwendet man Schleifwalzen, Flachsteine, Schleifscheiben und Schleifbänder.

Meist verwendet man zum Bohren von Glas einen Tischbohrer mit speziellen Bohraufsätzen, die je nach Form und Material verschieden sind. Es muss von beiden Seiten der Glasscheibe gebohrt werden, um einwandfreie Kanten zu bekommen.

Ab einer Temperatur von ca. 570°C kann Glas verformt werden. Es wird eine Biegeform aus Stahlblech hergestellt, welche mit der aufgelegten Glasscheibe in einen Biegeofen gelegt wird. Wird die Erweichungstemperatur erreicht, so schmiegt sich das Glas der Form an.

Ein Gebläse strahlt scharfkantigen Sand auf die Oberfläche einer Glasplatte. Dabei werden kleine Glassplitter von der Oberfläche herausgeschlagen, sodass diese aufgeraut und matt wirkt. Teile die nicht behandelt werden sollen, werden zuvor abgeklebt oder werden mit Blechschablonen abgedeckt.

Für das Ätzen von Glas gibt es nur ein Mittel: die Fluorwasserstoffsäure. Man kann keine komplette Fläche ätzen, sondern nur Teile der Glasfläche. Zum Ätzen von Schriftzügen wird die Glasfläche mit Asphaltlack eingestrichen. Das gewünschte Muster wird herausgeschnitten und die dadurch entstehenden Vertiefungen werden mit Fluorwasserstoffsäure gefüllt. Nach dem Ätzvorgang wird die Glasfläche mit Wasser gründlich abgespült. Der auf der Glasscheibe zurückgebliebene Lack wird anschließend mit Petroleum entfernt.

Das Glas wird mit verschieden geformten Schleifkörpern maschinell geschliffen. Das Ergebnis ist ein dekoratives Aussehen der Glasoberfläche.

Glas darf nur auf weichen Unterlagen abgestellt werden. Die Unterlagen müssen frei von Fremdkörpern sein, da sonst das Glas verkratzen kann. Für den Transport und die Lagerung von Glas ist darauf zu achten, dass die Scheiben dicht an dicht stehen und an einer elastischen Fläche angelehnt werden. Unbedingt sollten Druck- und Zugspannungen vermieden werden um einen Bruch des Glases zu vermeiden. Glas hat die Neigung zu erblinden wenn es bei der Lagerung nicht vor Feuchtigkeit geschützt wird. Beim Tragen von Glas ist es wichtig es immer hochkant zu halten, da sonst zu große Biegespannungen entstehen würden und das Glas dadurch brechen kann.

In der Flachglasproduktion nimmt das Floatverfahren etwa 95 % der gesamten Produktion ein. Der Glasrohstoff wird in einem kontinuierlichen Prozess geschmolzen und bei einer Temperatur von 1100°C in ein Zinnbad gegossen. Da die Glasmasse eine geringere Dichte hat als Metall schwimmt sie. So durchläuft dieses Bad unterschiedliche Stationen mit verschiedenen Temperaturbereichen, wodurch eine langsame und spannungsfreie Abkühlung stattfinden kann. Wenn das Glas auf 600°C abgekühlt ist wird es aus dem Zinnbad genommen und in einen Kühlofen gebracht und weiter auf 100°C heruntergekühlt.

Es gibt das Mundblasverfahren und das maschinelle Blasverfahren. Beim Mundblasverfahren wird als Werkzeug eine Glasmacherpfeife verwendet. Die Pfeife bildet zylinderförmige Gläser, welche am Ende geschlossen sind. Wenn noch eine Blasform zur Hilfe genommen wird, sind auch komplexere Formen herstellbar. Schneidet man das geschlossene Ende ab, erhält man eine Glaswalze. Diese Walze kann man dann längs aufschneiden und erhält eine flache Glasscheibe.

Maschinell wird ununterbrochen ein Glasband aus der Schmelze gezogen. Die Dicke dieses Bandes ist nach Wunsch einstellbar. Nach dem Erstarren wird das Glasband in Tafeln abgelegt.Die Glastafeln sind alle gleich dick, aber weisen Senkrecht zur Ziehrichtung kleine Längswellen auf. Diese Wellen müssen abgeschliffen werden, wenn man das Glas zu Spiegelglas verarbeiten möchte.

Das Glas wird über gekühlte Walzen geführt und bekommt dadurch eine wellige Form. Die Weiterverarbeitung erfolgt wie beim Floatglas. Eingesetzt wird dieses Glas gerne für Gewächshäuser.

Bei dem Schäumverfahren wird Aluminiumsilikatglas in Pulverform mit feinem Kohlenstoff vermischt und in eine Form gefüllt. Die Mischung wird auf 1000°C erhitzt und es entsteht eine Schmelze in der Kohlenstoff oxidiert und dadurch kleine Blasen bildet. Das Schaumglas ist dadurch für Dampf und Flüssigkeit undurchlässig und wird als Wärmedämmstoff verwendet. Die Schmelze wird langsam abgekühlt. Aus den Blöcken werden Platten oder Formteile geschnitten. Der Überschüssige Kohlenstoff verursacht eine schwarze Färbung des Schaumglases.

Glasbausteine, Glasdachziegel und Glasfliesen werden durch dieses Verfahren hergestellt. Glasschmelze wird Mengenmäßig abgemessen und in eine Metallform gegossen. Ein Stempel mit einer Gegenform wird anschließend auf das Glas gepresst.

Phänomene

Durch die fehlende Grenzfläche im Inneren des Materials treten dort auch keine durchsichtshemmenden Reflexionen auf. Gebrochenes Glas ist aufgrund seiner vielen Grenzflächen undurchsichtig.

Es entsteht ein kleiner Spalt im Glas wenn wir mit dem Schneider auf dem Glas entlang schneiden. Bei dem einritzen entsteht feiner Glasstaub, der in diesen Spalt hinein fällt. Der Staub hindert den Spalt am schließen so bleibt der Keil offen. Es ist wichtig, dass das Glas beim Schneiden unter Spannung steht, die bis ins Glasinnere reicht. Somit bricht das Glas auch dann, wenn nur ein geringer Druck von der Gegenseite ausgeübt wird.

Einsetzbar für beispielsweise gläserne Dächer und Treppen. Der tragbare Untergrund besteht aus zwei VSG- Scheiben, welche durch eine obenliegende TVG- oder ESG- Platte geschützt werden. Diese Platten werden meist noch rutschfest beschichtet.

Selbstreinigende Gläser werden gerne bei großflächigen Glasfassaden oder in Duschkabinen eingesetzt. Durch die selbstreinigende Wirkung werden hohe Reinigungskosten eingespart und der Pflegeaufwand verringert. Durch hydrophob, hydrophil oder photokatalytisch wirkende Oberflächenstrukturen wird der selbstreinigende Effekt erreicht.Hydrophil: Hierbei wird die Oberflächenspannung herabgesetzt und so kann sich ein gleichmäßiger Wasserfilm auf der Glasoberfläche bilden. Die Verschmutzung kann einfach abgewaschen werden und eine Kalkablagerung wird vermieden.Hydrophob: Die Flüssigkeit wird in Form von Tropfen abgeperlt und mit dem Schmutz von der Glasfläche transportiert. Damit das Wasser an der Glasscheibe abperlt, muss vorher eine dünne Schicht mit beispielsweise Silane (Verbindung aus Silizium und Wasserstoff) aufgebracht werden.Photokatalytisch: Ultraviolette Strahlen spalten die natürliche Luftfeuchtigkeit auf. Organische Ablagerungen werden zersetzt und können leicht abgelöst werden.

Bei diesem Verfahren werden farbige Glasplatten oder Glasbrocken in Beton eingearbeitet. Aus Sicherheitsgründen muss das Glas mindestens 20 mm dick sein.

Glas ist nicht gleich Glas, denn es gibt durchaus welches, das nicht in den Altglascontainer darf. Folgende Produkte können auf Grund ihres höheren Schmelzpunktes nicht in den Container:Kochgeschirr, Glühlampen, Spiegelglas, Fensterglas und Kochplatten aus Glas. Um Altglas neu verarbeiten zu können, muss es ein hohes Maß von Farbreinheit aufweisen. Daher ist es wichtig, dass Konsequent die Farben (weiß/braun/grün) getrennt werden. Buntes Glas ist in den Grünglascontainer zu werfen, da Grünglas am unempfindlichsten gegenüber Fehlfarben in der Schmelze ist. Bei der Glasaufbereitung ist es besonders wichtig Verunreinigungen, die man nicht einschmelzen kann, auszuscheiden. Das Ausscheiden dieser Fremdteile erfolgt optomechanisch. Durch immer besser werdende Erneuerungen wird die Ausscheidung der Fremdteile immer genauer. Allerdings werden nicht nur Verunreinigungen ausgeschieden sondern auch Glasstücke. Um das ausgeschiedene Glas nicht zu verlieren, wird der Ausschluss erneut sortiert. Das Altglas wird eingeschmolzen und zu neuen Produkten verarbeitet. Recyceltes Glas hat genau die gleichen Eigenschaften wie Glas, welches aus Primärrohstoffen geschmolzen wird.

Lexikon

Meist aus Aluminium bestehender Distanzhalter zwischen zwei Isolierglasscheiben

In eine Scheibe wird ein Alarm-Draht eingebracht und mit einem Sicherheitssystem verbunden

Nach DIN 52290 eingeteilt:A: durchwurfhemmendB: durchbruchhemmendC: durchschußhemmendD: sprengwirkungshemmend

Edelglas welches bei Isolierglas die k-Werte verbessern soll

b > g-Wert Verglasung/ 0,87

Ein achtseitiger Pyramidenstumpf mit einem Durchmesser von 1,2- 11,3 mm, der in der Schmuckglaserzeugung verwendet wird

Glas ist gut gegen Säure und begrenzt gegen Lauge beständig

Mundgeblasenes Glas mit einer striemenartigen Aderstruktur

Glas mit erhöhter Schlag- und Biegefestigkeit, sowie Temperaturwechselbeständigkeit

Oberbegriff für alle Scheiben, farblos oder farbig

Flachglas, das im Floatprozess hergestellt wurde. Anwendungsbereiche sind z.B. Fenstergläser, Autoscheiben und Spiegel

Energiedurchlass im Bereich der Wellenlänge von 320 – 2500 mm

Flachglas mit oder ohne Drahtnetzeinlage, plan, durchscheinend, jedoch nicht durchsichtig

In zeitlicher Abeinanderfolge finden hier die einzelnen Abschnitte der Glasschmelze statt

Der Begriff kennzeichnet das heutige Einscheiben-Sicherheitsglas

Regenbogenartige Flecken auf dem Glas,die durch eine Überlagerung zweier oder mehrerer Lichtwellen zustande kommen

Feuerfestes Glas mit hoher Temperaturwechselbeständigkeit für Glasglühlichtbeleuchtung

Zur Verhinderung des direkten Kontaktes zwischen Glaskante und Konstruktionselement werden Distanzklötze eingesetzt. Zur Lastaufnahmen dienen Tragklötze.

Kolonnen sind Glasrohre, die etwa 20m hoch sind und einen Durchmesser von 1m haben

Beim Mundblasverfahren entsteht durch kurzes Einblasen in die Glasmacherpfeife ein Hohlraum, der Kübel genannt wird

Der Anteil der Sonnenstrahlung, der vom Glas absorbiert wird, ist der Lichtabsorptionsgrad

Der Anteil der Sonnenstrahlung im Bereich des sichtbaren Lichtes, der reflektiert wird

Das gleichmäßige Aufrauen der Glasoberfläche, durch Ätzen oder durch Sandstrahlen, zerstreut das Licht diffus

Glas mit zwei Schichten, von der eine die farblose Grundschicht und die andere die milchig getrübte Überzugschicht ist

Ein Trockenmittel für die Entfeuchtung des Scheibenzwischenraumes bei Isolierglas.

Glas mit gleicher Durchlässigkeit für alle Wellenlängen des sichtbaren Bereichs des Spektrums

Ein Brillenglas ohne dioptrische Wirkung

Auf Glas aufgebrachte Glastropfen, die zur Verzierung dienen

Gussglas, hergestellt aus mehreren Schmelzflüssen von Opalglas. Es wird in einem Walzverfahren produziert und weist leichte Scheuerstellen auf.

Gussglas entweder weiß oder in der Masse gefärbt. Es ist schwach getrübt und leicht transparent, weshalb es auch als Trübglas bezeichnet wird.

Eine angriffshemmende Verglasung

Verwendet zur Verbesserung der Oberfläche bei der Flaschenproduktion

Der Randverbund besteht aus Innendichtung, Abstandshalter, Trockenmittel und Außendichtung

Strahlen die vom Glas zurückgeworfen werden

Wichtige Rohstoffe zur Glasherstellung sind: Sand, Kalk, Soda, Natriumsufat, Tonerde, Kaliumcarbonat, sowie Oxide und Glasscherben

Ein Flachglas, das Schutz vor der Sonneneinstrahlung bietet, auf Grund der Absorptions- und Reflexionseigenschaft

Glasscheiben, die mit Silber beschichtet werden. Die Zusammensetzung eines Kristallspiegels besteht aus einem Floatglas, einer darüberliegenden Silberschicht und einer finalen Lackschicht. Überwiegend ist das Spiegelglas farblos, kann aber auch getönt hergestellt werden.

Mit einem Spionspiegel kann man aus einem dunkleren Raum in einen hellen Raum sehen ohne dabei selbst gesehen zu werden. Hierbei wird das Glas mit einem Transparentlack überzogen und durch eine darüberliegende Glasscheibe geschützt.

Tonerde wird dem Glas beigemischt um dessen chemische Resistenz zu verbessern und eine höhere Zähigkeit in tiefen Temperaturbereichen zu erreichen.

Ein aus zwei Schichten bestehendes Glas, das verschiedene Farben aufweist. Überfangglas wird auch Kameoglas genannt.

Ein Glas aus mindestens zwei Scheiben, die mittels einer organischen Zwischenfolie miteinander verbunden sind. Bei Bruch sinkt die Verletzungsgefahr, da die Scherben in der Folie haften bleiben.

Der Bedarf an Wärme, die zum Schmelzen der Mischung und zum Erreichen einer bestimmten Endtemperatur benötigt wird.

Maximal erreichte Zugkraft im Zugversuch

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