Visionen werden Wirklichkeit

Visionen werden Wirklichkeit

Interview mit Oliver Wieselhuber, Lindner Group und Gregor Kamps, GiB mbH

In den 2019 eröffneten Räumlichkeiten von raumprobe sind unterschiedlichste Raumlösungen zu bestaunen. So auch individuelle Glaselemente zur Raumtrennung von der Lindner Group. Alle fixen Glaswände, die Sie in unserer Ausstellung in Stuttgart entdecken können, sind von Lindner. Im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss trennen die Glaswände die Ausstellung von mietbaren Besprechungsräumen und im internen Bereich, der gerne auf Nachfrage besichtigt werden kann, werden die Büroräume von unserer Werkstatt und dem Fotostudio getrennt. Eine individuelle Lösung für unsere einzigartige Ausstellung – Zeit die Lindner Group besser kennenzulernen! Headerbild © Lindner Group, Foto: Rainer Taepper

In der raumprobe kann man die Lindner Group durch die Glastrennwände in der Ausstellung kennenlernen. Aber Ihr könnt viel mehr: Decken, Fassaden und Isoliertechnik, Dächer, Reinräume und Türen. Mit welchen Materialien habt Ihr es dabei zu tun?

Mit jeder Art von Material, das sich für die speziellen Anforderungen jedes einzelnen Projektes eignet. Dabei setzen wir nicht nur auf bewährte Materialien wie z. B. Metall für Decken, Glas und Holz für Trennwände und Türen oder Gipsfaser für Bodensysteme, sondern experimentieren gerne. Hier ist es natürlich von großem Vorteil, dass wir sowohl eine interne Forschungs- und Entwicklungsabteilung haben als auch über eigene Produktionsstätten mit einer einzigartigen Fertigungstiefe verfügen. Visionen werden Wirklichkeit ist ein Anspruch, den wir von der ersten Idee bis zur Schlüsselübergabe und auch in der späteren Nutzung versuchen bestmöglich im Sinne des Kundenwunsches umzusetzen. Dabei soll stets ein besonderer Mehrwert generiert werden: mehr Ideen, mehr Sicherheit und mehr Wirkung. Akustik, Brandschutz und Statik spielen hier genauso eine Rolle wie gutes Design, Nachhaltigkeit und Raumkomfort sowie die erfolgreiche, effiziente Umsetzung der Projekte.

Neben den Glastrennwänden gibt es außerdem ein Materialwunder in der Ausstellung zu entdecken. Hier zeigt Ihr zwei Decken- und zwei Bodensysteme. Sind das Eure Hauptbereiche?



Mit Trockenbau und Systemprodukten für Decke, Boden und Wand sind wir groß geworden und offerieren mittlerweile ein einzigartiges Spektrum für den Innenausbau, aber auch für Isoliertechnik und Fassade. Allein bei Decken- und Bodensystemen bieten wir unseren Kunden eine große Auswahl an Materialien, Oberflächen, Zusatzfunktionen und den entsprechenden Service. Hier spielt die Materialgesundheit, also die Auswahl und Zusammensetzung der einzelnen Rohstoffe für unsere Systeme eine herausragende Rolle. Auch hier ist es von Vorteil, dass wir diese Systeme selbst fertigen und möglichst in geschlossenen Materialkreisläufen produzieren.

Ihr habt bei Euch Eure eigenen Produkte für flexible Arbeitsplätze eingesetzt. Was war Euch hierbei wichtig und welche Eurer Produkte eignen sich für diesen Bereich?



Ein guter Arbeitsplatz fängt nicht erst mit der Auswahl des richtigen Produkts oder entsprechenden Materialien an, sondern schon in der Raumplanung. An erster Stelle steht die Frage: Wer arbeitet hier und welche Faktoren müssen stimmen, damit die Menschen gut arbeiten können und sich an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen? Wer könnte diese Frage besser beantworten, als die Nutzer selbst. Somit haben wir gemeinsam mit der GiB (Gesellschaft für innovative Bautechnologie mbH) ein Konzept entwickelt, das von Anfang an auf Partizipation setzt: Für unsere neuen Büroräume wurden die Kolleginnen und Kollegen in mehrstufigen Workshops befragt und gemeinsam ein individuelles Raumkonzept entwickelt, das sich in verschiedene Bereiche aufteilt und flexible Arbeitsplätze inkludiert. Flexibilität ist das Stichwort, das sich hier wie ein roter Faden durchzieht. Der Raum muss sich den Wünschen und Bedürfnissen der Nutzer anpassen und sich gegebenenfalls auch ändern lassen. Deswegen müssen die eingesetzten Produkte diesem Anspruch genauso gerecht werden wie auch anderen wichtigen Anforderungen wie Akustik, visueller Komfort und Innenraumhygiene. Bild © Lindner Group

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Seit über 55 Jahren steht Ihr für Qualität aus dem niederbayerischen Arnstorf – eingesetzt auf der ganzen Welt. Gleichzeitig ist die Lindner Group stolz darauf ein Familienunternehmen zu sein. Wie lässt sich das vereinen?

Wir setzen auf die gleichen Prinzipien, die auch in großen Familien funktionieren: Wir halten zusammen und man kann sich auf uns verlassen. Wir sind gut strukturiert, bestens vernetzt und geben uns die nötigen Freiheiten, einen eigenen Weg zu gehen. Wir sind auch sonst weitestmöglich unabhängig. Wir produzieren selbst, wir kommen mit unseren eigenen Projekt- und Montageteams auf die Baustellen und sind auch finanziell gesehen stark aufgestellt. Jeder trägt ein kleines Stück Verantwortung für den gemeinsamen Erfolg. Auch wenn wir weltweit tätig sind, wissen wir wo unsere Heimat ist und welche Werte uns vereinen. Bild oben © Lindner Group, Foto: Rainer Taepper

Flughäfen, Labore, Kraftwerke, Tunnel, Kreuzfahrtschiffe, Konzertsäle, …

Die Liste der Einsatzbereiche, für die die Lindner Group maßgeschneiderte Lösungen bietet, ist lang. Gibt es einen Bereich, der in Zukunft noch hinzukommen wird?



„Panta rhei“ (Alles fließt) ist eines der Lieblingszitate unseres Firmengründers Hans Lindner, genauso wie das Motto „Geht nicht gibt´s nicht“. Das hat uns schon oft auch in schwierigen Situationen und Entscheidungen geholfen und so manch neue Geschäftsidee ist daraus geboren, wie z. B. die Einführung von LEAN-Methoden in der Projektabwicklung, eigene IT-Lösungen und Apps für unsere Baustellen oder neue Geschäftsbereiche wie Lindner GFCR. Somit ja, wir entwickeln uns stetig weiter und sind auch für neue Geschäftsbereiche offen. Bild © Lindner Group, Foto: Rainer Taepper

Die Lindner Group hat im Jahr 2007 die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) mitbegründet und kurz danach den Fachbereich Green Building geschaffen. Was kann man sich darunter vorstellen?



Seit mehr als 25 Jahren beschäftigen wir uns mit dem Thema ökologisch Bauen, dabei kann man unsere Grundeinstellung schon immer als nachhaltig bezeichnen. Wir optimieren laufend unsere Prozesse und auch der Ansatz von ressourcenschonender Kreislaufwirtschaft wird bei uns schon lange praktiziert. Genauso wichtig ist uns ein effektives Qualitäts- und Sicherheitsmanagement auf den Baustellen. Wir sind nicht nur aktives Gründungsmitglied der DGNB und fördern so die Weiterentwicklung von nachhaltigem Bauen, sondern setzen auch in unserem eigenen Unternehmen extrem hohe Standards. 2010 wurde der Fachbereich Green Building gegründet und bietet seitdem eine hohe Expertise, wenn es um Gebäudezertifizierungen geht und stellen in Form von ausführlichen Selbstdeklarationen unseren Kunden umfangreiche Informationen zu Umweltauswirkungen unserer Produkte zur Verfügung. Genauso verfügen unsere Produkte über externe Umweltprüfungen wie EPDs oder Cradle to Cradle Nachweise. Gerade das Prinzip der geschlossenen Kreislaufwirtschaft und der Ansatz, Produkte zu fertigen, die keinen Abfall hinterlassen, passen sehr gut zu unserer Firmenphilosophie. Mittlerweile können unsere Kunden aus vier verschiedenen Cradle to Cradle zertifizierten Systemgruppen für Boden, Decke und Wand wählen; unter anderem auch die verbauten Glaswände in der neuen Ausstellung der raumprobe in Stuttgart Feuerbach. Bild unten © Lindner Group, Foto: Rainer Taepper

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Bei der überaus lehrreichen Expertenrunde, die im Januar 2020 in der raumprobe stattgefunden hat, konnten die Besucher neben eigens hergestellten Bio-Köstlichkeiten auch von Lindner gebrautes Bier probieren. Was hat es damit auf sich?

Einen kleinen Vorgeschmack auf unsere Bio-Landwirtschaft und die eigene Gastronomie durften wir ja schon geben. Eigentlich ist es ganz einfach: Alles was wir tun, wollen wir gut machen und mit gutem Gewissen handeln. So ist zum Beispiel die Idee entstanden, selber Fleisch in höchster Bio-Qualität zu produzieren – nicht zuletzt, weil wir in unseren eigene Mitarbeitergastronomien, unserem Seniorenwohnstift und unserem Schlossbräu einen hohen Fleischbedarf haben. Auch hier ist es uns eine Herzensangelegenheit das Tierwohl an erster Stelle zu setzen. Das Ergebnis ist unser eigener Bio-Bauernhof Land.Luft in der Nähe des Hauptsitzes mit Weidehaltung und stressfreier Schlachtung direkt auf der Weide. Heute können die Produkte auch deutschlandweit im Onlineshop erworben werden. Ähnlich ist die Geschichte mit dem Bier und unserem Schlossbräu in Mariakirchen. Aber das erzählen wir am liebsten persönlich bei einem frisch gezapften Hellen in unserem Biergarten.

Material, das Ihr braucht:

Gute Rohstoffe, aus denen immer wieder etwas Neues entstehen kann, sowohl im Sinne von geschlossenen Materialkreisläufen (technisch) als auch als Basis für neue, flexible Produktideen und Projektlösungen (Konzept und Design).

Material, das Euch bewegt:

Bambus (schnell wachsender Rohstoff), Eiche (regional und fühlt sich einfach gut an).

Material, von dem Ihr träumt:

Eine ressourcenschonende und umweltfreundlichere Alternative zu Aluminium, Holz in Kombination mit außergewöhnlichen Oberflächen und Farben im Kontrast. Bild links © Lindner Group, Foto: Rainer Taepper

Die Lindner Group ist Hersteller und Bauspezialist für Gebäudehüllen, Innenausbau und Isoliertechnik. Zusätzlich ist sie in den Bereichen Schadstoffsanierung, Flughäfen, Bahnhöfe und Schiffsausbau tätig. Das umfassende Produkt- und Leistungsportfolio als Komplettanbieter für nahezu alle Einsatzbereiche ist weltweit einzigartig. Die Lindner Group ist eines der größten Unternehmen in der Region Niederbayern und kann Referenzprojekte auf der ganzen Welt vorweisen.



Die Personen dahinter sind:
In Summe 7.500 Kolleginnen und Kollegen, die jeden Tag an ca. 2.500 Bauprojekten weltweit arbeiten, sich in der sozialen Stiftung engagieren, sich um die Tiere auf der Weide kümmern, eigenes Bier brauen und herzliche Gastgeber in unseren Hotels und Gastronomien sind. Geführt wird das Unternehmen in zweiter Generation von zwölf Managing Directors, die alle seit vielen Jahren und Jahrzehnten im Unternehmen sind und ihre operativen Bereiche endverantwortlich begleiten. Durch ihre langjährige Firmenzugehörigkeit sind sie schon lange ein wichtiger Teil der Familie Lindner. Hans und Veronika Lindner übernehmen den Vorsitz im Verwaltungsrat. Alle Töchter des Gründers Hans Lindner sowie ihre Partner sind aktiv im Unternehmen in unterschiedlichster Verantwortung tätig.



Gregor Kamps, Head of Workplace Strategy GiB mbH und Oliver Wieselhuber, Geschäftsbereichsleitung Lindner SE | Wand.
Bild © Lindner Group

Lindner Group KG

Bahnhofstraße 29
94424 Arnstorf
Deutschland

www.lindner-group.com

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